Vorschau - Prix de l Arc de Triomphe 2018
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Prix de l’Arc de Triomphe 2018

7. Oktober 2018 - 2400 Meter, Paris-Longchamp

Vorbericht vom 14. August 2018

Seit geraumer Zeit gelten bei den Buchmachern die Titelverteidigerin Enable und der letztjährige Champions Stakes-Gewinner Cracksman als Favoriten auf den Gewinn des Prix de l’Arc de Triomphe 2018, der nach zwei Jahren Umbauzeit erstmals wieder in Paris-Longchamp ausgetragen wird. Da Enable unter einer Knieverletzung leidet und Cracksman in diesem Jahr noch nicht wirklich überzeugen konnte, werden aber auch anderen Pferden gute Chancen eingeräumt, beispielsweise dem Cracksman-Bezwinger Poet's Word, der Irish Oaks-Siegerin Sea Of Class oder Gestüt Ammerlands Waldgeist.

Enable gebührt als Siegerin des Prix de l’Arc de Triomphe 2017 natürlich die Favoritenrolle, die vierjährige Nathaniel-Tochter litt seit Beginn des Jahres allerdings an einer Knieverletzung. Ihr Comeback war für den 23. August in den Yorkshire Oaks geplant. Trainer John Godsen ließ nun erklären, Enable befände sich in guter Form und er könne nicht zufriedener mit ihr sein. Sie solle nun aber erst wieder am 8. September bei den September Stakes in Kempton ins Geschehen eingreifen. Enable gewann sieben ihrer acht Starts, neben dem Arc auch die Epsom-, Irish- und Yorkshire Oaks.

Cracksman, wie Enable von John Gosden trainiert, war im vergangenen Jahr das Pferd mit dem höchsten Rating in Europa. Im Epsom Derby und Irish Derby hatte er den Sieg jeweils hauchdünn verpasst, später im Jahr dann aber seine ganze Stärke offenbart, als er in Ascot die Champion Stakes mit sieben Längen Vorsprung erfolgreich war. In diesem Jahr gewann der Frankel-Sohn in Paris-Longchamp den Prix Ganay und in Epsom den Coronation Cup. Bereits dort hatte er gegen schwache Gegner einige Probleme, wurde anschließend in den Prince of Wales's Stakes von Poet's World bezwungen. Ein Engagement bei den King George VI And Queen Elizabeth Stakes wurde abgesagt, da der Boden dort in John Godsens Augen zu trocken war. Bedenkt man, dass Godsen nahezu fanatisch auf die Bodenverhältnisse achtet, ist es nicht auszuschließen, dass er Cracksman bei trockenem Boden auch im Prix de l’Arc de Triomphe nicht laufen lassen wird.

Poet's World hatte Cracksman in den Prince Of Wales's Stakes auf Platz 2 verwiesen und war dabei auch satte zehn Längen vor Hawkbill geblieben, dem er Ende März bei seinem 2. Platz im Dubai Sheema Classic noch unterlegen war. Seine starke Form unterstrich der Sohn von Poet's Voice Ende Juli mit dem "King George"-Gewinn in Ascot. Trainer Sir Michael Stoute hat eine lange Tradition darin Pferde mit dem Alter zu verbessern. So lief Poet's World als Dreijähriger nie in einem Grupperennen und ging letztes Jahr in den Champions Stakes noch sieben Längen hinter Cracksman durchs Ziel, zählt nun aber zu den Favoriten des Prix de l’Arc de Triomphe 2018.

Crystal Ocean ist ein weiterer heißer Kandidat aus dem Stall von Michael Stoute. In einem grandiosen Finale unterlag der vierjährige Hengst seinem Stallgefährten Poet's World in den King George VI And Queen Elizabeth Stakes nur mit "Kopf". Einen Monat zuvor hatte er, ebenfalls in Ascot, bereits die Hardwicke Stakes gewonnen. Crystal Ocean hat eine Nennung für die am 22. August stattfindenden International Stakes in York, wo er erneut auf Poet's World und auf Cracksman treffen könnte.

Waldgeist hat sich mit beeindruckenden Siegen im Grand Prix de Chantilly und Grand Prix de Saint-Cloud ins Spiel gebracht. Der Galileo-Sohn aus der Waldlerche, der für die Farben des Gestüts Ammerland startet, gewann als Zweijähriger das Critérium de Saint-Cloud und war im Prix du Jockey Club nur mit "kurzem Kopf" von Brametot bezwungen worden. Fernziel bleibt laut Trainer André Fabre der Arc 2018. Fabre hält mit sieben Siegen den Trainerrekord beim Prix de l’Arc de Triomphe.

Sea Of Class setzte am 21. Juli mit dem Gewinn der Irish Oaks ein Zeichen. Nie zuvor hatte die Sea The Stars-Tochter ein Gruppe-Rennen bestritten, ließ auf dem Curragh dann nicht nur die 19:10 Favoritin Magic Wand stehen, sondern rang auf der Zielgeraden, nur mit den Händen geritten, auch die Epsom Oaks-Siegerin Forever Together nieder. Sea Of Class soll als nächstes in den Yorkshire Oaks oder dem Prix Vermeille antreten und dann womöglich in den Prix de l’Arc de Triomphe gehen, in dem ihr Vater 2009 triumphierte. Überhaupt wurden sechs der letzten sieben Arc-Austragungen von Stuten gewonnen und sieben der letzten zehn Austragungen von dreijährigen Pferden, was Sea Of Class auch statistisch gesehen interessant macht.

Study Of Man setzte sich am 3. Juni im französischen Derby, dem Prix du Jockey Club, durch. Als Sohn von Deep Impact, der auf Distanzen zwischen 2.200 und 3.200 Meter sieben Gruppe-I-Rennen gewann, sollte Study Of Man auf der 300 Meter weiteren Arc-Distanz noch besser aufgehoben sein. Auch das zu erwartende schnellere Tempo wird ihm in die Karten spielen, schließlich verfügt er über enorme Endgeschwindigkeit. Da dreijährige Pferde beim Prix de l’Arc de Triomphe eine verhältnismäßig hohe Gewichtserlaubnis von drei Kilogramm erhalten, muss der Derby-Jahrgang im Arc immer beachtet werden. Study Of Man hat seit seinem Derbysieg kein Rennen mehr bestritten. Als nächstes könnte er, als Vorbereitung auf den Prix de l’Arc de Triomphe, am 15. September in den Irish Champions Stakes starten.

Wagnerian, ein weiterer Deep Impact-Sohn, gewann am 27. Mai das japanische Derby (Tokyo Yushun, 2.400 m). Er hatte als Zweijähriger alle drei Starts gewonnen und war als Favorit in die 2.000 Guineas (Satsuki Sho, 2.000 m) gegangen, wo er auf Platz 7 aber enttäuschte. Eine Nennung für den Prix de l’Arc de Triomphe hat Wagnerian (noch) nicht, diese könnte bei der langen Tradition japanischer Pferde im Arc aber noch folgen. Nominiert sind derzeit vier Hengste aus Japan. Mit Kiseki und Clincher die beiden Erstplatzierten des letztjährigen japanischen St Leger (Kikuka Sho, 3.000 m). Außerdem die beiden dreijährigen Stuten Lucky Lilac und Satono Walkure, Dritte und Sechste der diesjährigen Oaks.

Dschingis Secret ist eines von drei aus Deutschland im Prix de l’Arc de Triomphe genannten Pferden. Der Soldier Hollow-Sohn hatte beim letztjährigen Arc einen starken 6. Platz belegt, in diesem Jahr aber noch nicht wirklich zu Form gefunden. Zuletzt reichte es im Großen Preis von Berlin nur zu einem enttäuschenden 4. Platz. In diesem Rennen endete Windstoß, der Sieger des Deutschen Derbys 2017, weit abgeschlagen. Auch er hält eine Nennung für den Arc, braucht in dieser Form dort aber genauso wenig anzutreten wie der ebenfalls nominierte Matchwinner.
Ein Lichtblick könnte die aktuelle Diana-Siegerin Well Timed sein. Sie hat zwar keine Nennung für den Arc, wurde aber für den Prix Vermeille am 16. September genannt, einem traditionellen Vorbereitungsrennen für den Arc. Sollte sie hier erfolgreich sein, ist auch eine Nachnennung für den Prix de l’Arc de Triomphe 2018 nicht auszuschließen.

Der Prix de l’Arc de Triomphe wird seit 1920 ausgetragen und gilt als das bedeutendste Pferderennen der Welt. Wegen Umbauarbeiten auf der Rennbahn in Longchamp wurde das Rennen in den letzten beiden Jahren in Chantilly ausgetragen. Nun kehrt es zurück auf die neue Bahn in Paris-Longchamp.

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