Vorbericht zum Deutschen Traber Derby 2019
Traber Derby 2019

Deutsches Traber-Derby 2019

4. August 2019 - 1.900 Meter, 3-jährige inländische Pferde, Berlin-Mariendorf

Vorbericht vom 22. Juli 2019

Seit Jahren dominieren in den Niederlanden trainierte Hengste das Deutsche Traber-Derby und auch in diesem Jahr stellen Pferde aus dem Nachbarland die Favoriten, namentlich Velten Von Flevo und Buddenbrock-Sieger Juan Les Pins. Heißester Anwärter auf den Gewinn des 124. Deutschen Traber-Derbys ist nach einem äußerst beeindruckenden Vorlauf aber der von Alessandro Gocciadoro in Italien vorbereitete Juan Bros.

Juan Bros gilt nach seinem mit rund vierzig Metern Vorsprung gewonnen Vorlauf als das zu schlagende Pferd im Deutschen Traber-Derby 2019, die Buchmacher zahlen kaum mehr als den doppelten Einsatz für seinen Sieg im Blauen Band. Auf die allerstärksten Gegner war der Muscle Mass-Sohn bei seinem ersten Auftritt in Deutschland sicherlich nicht getroffen, zumal der gesetzte Gladiateur früh disqualifiziert worden war. Dennoch lässt seine Zeit von 1:13,4 aufhorchen, bedenkt man, dass er beim ungestörten Einlauf noch einiges in der Hand hatte. In diesem Jahr hat Juan Bros schon acht Rennen absolviert, davon sieben in Italien, wo er Ende Juni in Turin in einer Zeit von 1:13,6 erfolgreich war.

Juan Les Pins gilt als der große Herausforderer von Juan Bros. Er hatte seine Stärke bereits am 19. Mai im Adbell-Toddington-Rennen angedeutet, wo er vom Ende des Feldes kommend in 1:13,6 auf den 2. Platz gespurtet war. Diesen Eindruck bestätigte er am 30. Juni mit einem überlegenen Sieg im Buddenbrock-Rennen. Völlig unangefochten gewann der von Arnold Mollema im niederländischen Wolvega trainierte Expo Bi-Sohn dann auch seinen Vorlauf in einer Zeit von 1:13,3. Fahrer Jaap van Rijn musste ihn dabei überhaupt nicht fordern, weshalb man im Derby eine Zwölfer-Zeit erwarten darf. Juan Les Pins ist ein Sohn der Stute Pine Spirit, deren Söhne Unforgettable (Diamond Way) und Expo Express (Expo Bi) das Deutsche Traber-Derby gewannen.

Velten Von Flevo siegte in dem am schwersten eingeschätzten 4. Vorlauf souverän und ungefährdet von der Spitze aus. Der in den Niederlanden von Jeroen Engwerda vorbereitete Ganymede-Sohn hatte sich bereits bei seinem einzigen Start als Zweijähriger im Hamburger Winterfavorit durchgesetzt und konnte am 2. Juli in Gelsenkirchen auch von älteren Gegnern nicht aufgehalten werden. Bis auf einen Fehler im Buddenbrock-Trial hat Velten Von Flevo seine Aufgaben bisher also anstandslos erledigt. Dennoch ist er nicht einfach einzuschätzen, bislang ist er nie schneller als 1:14,6 gelaufen.

River Flow ging als 17:1 Außenseiter in seinen Vorlauf, was wohl auch daran lag, dass er bei seinem bis dahin einzigen Ausflug nach Berlin im Adbell-Toddington-Rennen nur den 5. Platz belegt hatte. Zwischenzeitlich hatte sich der Baltimore As-Sohn in seiner Münchner Heimat die mit 12.000 Euro dotierte Dreijährigen Offensive III gesichert, doch eine Zeit von 1:18,0 hatte das Vertrauen in ihn auch nicht erhöhen können. Der von Robert Gramüller in München-Daglfing trainierte River Flow ließ sich im Vorlauf zum Deutschen Traber-Derby nicht davon beeindrucken, dass Jaxon Schermer ihn von der Spitze verdrängte, ging stattdessen auf der Zielgerade spielend an ihm vorbei. Seine Zeit von 1:13,1 war die schnellste aller Vorläufe.

Rancoon machte mit seinem 2. Platz hinter River Flow den bayerischen Doppelsieg im 1. Vorlauf perfekt, er war sogar als 25:1 Außenseiter ins Rennen gegangen. Trotz schlechter Position hinter den Spitzen, beeindruckte er mit einer Zeit von 1:13,2. Rancoon hatte bereits in der erwähnten Dreijährigen Offensive III das Nachsehen gegen River Flow, war dort jedoch noch deutlicher zurück.

Jason Dragon war nach einem Fehler am Start weit hinter dem Feld in seinen Vorlauf gegangen, sicherte sich auf der Zielgeraden mit feinem Speed dann aber doch noch das Ticket zum Deutschen Traber-Derby 2019. Er profitierte dabei allerdings von einem langsam gelaufenen 4. Vorlauf, seine Zeit wurde mit 1:15,1 gestoppt. Es war überhaupt erst die erste Niederlage von Jason Dragon. In drei Rennen blieb er zuvor unbesiegt, darunter am 1. Juni das Wettstar-Orakel in Gelsenkirchen.

Jaxon Schermer hatte sich im 1. Vorlauf wie erwartet an die Spitze gesetzt, am Ende jedoch nur noch den 3. Platz verteidigen können, wurde aber immerhin mit einer Zeit von 1:13,4 gestoppt. Der Sohn des zweifachen Prix d'Amérique-Siegers Varenne läuft am liebsten ganz vorne und dürfte auch im Derby einem Kampf um die Spitze nicht aus dem Weg gehen.

Jackpot Of Steel hatte es im Adbell-Toddington-Rennen mit einer Zeit von 1:13,8 auf den 4. Platz geschafft, enttäuschte dann aber mit einer schwachen Vorstellung im Buddenbrock-Rennen. Gegen Juan Les Pins war er in seinem Vorlauf ohne Chance, ein 2. Platz und eine Zeit von 1:13,5 können sich dennoch sehen lassen, zumal auch er auf der Zielgeraden nicht restlos gefordert wurde.

Real Perfect gelang am 2. Juni im Buddenbrock-Trial hinter Otero und der Stuten-Derby-Favoritin La Grace eine Zeit von 1:13,6. In dem von Juan Bros gewonnenen Derby-Vorlauf war er dann ohne Chance, sicherte sich aber immerhin den 2. Platz. Anfang Mai hatte er in München den Maipokal der Dreijährigen vor River Flow gewonnen, jedoch in einer Zeit von 1:18,8. Neben Rancoon ist Real Perfect der zweite Hengst von Rudi Haller im Deutschen Traber-Derby.

Orkan Von Haithabu nutzte in seinem Vorlauf lange den Windschatten von Juan Bros, schaffte es so in einer Zeit von 1:14,9 auf den dritten Qualifikationsplatz. Der Dritte des Adbell-Toddington-Rennens geht mit der Erfahrung von dreizehn Starts ins Deutsche Traber-Derby, lief bereits in Frankreich und Dänemark.

Gangster kam mit zwei Gelsenkirchener Siegen nach Berlin-Mariendorf, bei seinen beiden anderen Starts war er disqualifiziert worden. Robbin Bakker ließ Gangster im Derby-Vorlauf Mitte der Geraden an Juan Les Pins vorbeiziehen. Am Ende reichte es jedoch nur gerade so für den dritten Qualifikationsplatz, in einem Rennen, das von nur vier Pferden beendet wurde. Für den als recht schwierig geltenden Look De Star-Sohn dürfte das Traber-Derby ein Jahr zu früh kommen, er wird sich wohl erst im kommenden Jahr richtig entwickeln.

Place Royal aus dem Besitz von Ulrich Mommert vertritt die Berliner Interessen im Deutschen Traber-Derby 2019. Er galt in seinem Vorlauf als Außenseiter, profitierte letztlich von den Fehlern seiner Konkurrenten und hofft im Derby erneut auf eine Außenseiterchance.

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