pferderennen

Prix de l’Arc de Triomphe 2021

3. Oktober 2021 - 2.400 Meter, Paris-Longchamp

Vorbericht vom 10. Juni 2021

Waren es in den letzten beiden Jahren Hengste, die das bedeutendste Pferderennen der Welt gewannen, so könnte in diesem Jahr wieder eine Stute dran sein, denn mit Love, Snowfall und Tarnawa steuern gleich drei starke irische Stuten den Arc 2021 an.

Snowfall befindet sich nach ihrem phänomenalen Triumph in den Epsom Oaks ganz oben im Arc-Wettmarkt. Und das nicht zu unrecht, gewann sie den englischen Klassiker doch mit sagenhaften sechzehn Längen Vorsprung. Natürlich hat sich die Tochter des verstorbenen japanischen Star-Deckhengstes Deep Impact bisher nur mit dreijährigen Stuten gemessen, doch gelang es, in den seit 1779 ausgetragenen Epsom Oaks, keiner Stute dieses Rennen mit solch gigantischem Vorsprung zu gewinnen. Für ihr junges Alter verfügt Snowfall schon über beachtliche Erfahrung. Als Zweijährige hatte sie sieben Rennen bestritten, von denen sie lediglich ein Maidenrennen gewinnen konnte, als Dreijährige ist sie dagegen noch ungeschlagen. Ihr nächster Start könnte am 3. Juli in den Eclipse Stakes in Sandown erfolgen, wo sie erstmals auf ältere und männliche Gegner treffen würde.

Love, wie Snowfall von Aidan O'Brien in Irland vorbereitet, wäre vermutlich schon im letzten Jahr als Favoritin in den Arc gegangen, hätte ihr Trainer sie nicht kurzfristig aufgrund des zu weichen Bodens zurückgezogen. Die vierjährige Galileo-Tochter hatte nach den englischen 1000 Guineas auch die Epsom Oaks mit satten neun Längen gewonnen, bevor sie sich im Augúst in den Yorkshire Oaks mit fünf Längen durchsetzen konnte. Dies war allerdings auch ihr bislang letzter Start. Seit nunmehr zehn Monaten ist Love - über die O'Brien im letzten Jahr gesagt hatte, sie sei vielleicht die beste Stute, die er je trainiert habe - nicht mehr gelaufen. Auch ein Start am 4. Juni im Coronation Cup wurde gecancelt, das Saisondebüt ist nun für den 16. Juni in den Prince Of Wales Stakes geplant. Auf Gegner der gehobenen internationaler Spitzenklasse ist Love bisher noch nicht getroffen, man darf gespannt sein, wie sich sich nach der langen Pause in Ascot präsentiert.

Tarnawa ist eine weitere starke irische Stute, die für den Prix de l’Arc de Triomphe 2021 vorgesehen ist. Sie ist seit Oktober 2019 ungeschlagen, gewann im letzten Jahr in Paris den Prix Vermeille und Prix de l'Opéra und danach in den USA den Breeders' Cup Turf. Wie im Vorjahr will Trainer Dermot Weld die vierjährige Aga Khan-Stute behutsam aufbauen und sie erst in der zweiten Jahreshälfte ins Rennen schicken.

Mishriff ist derzeit der höchstgehandelte Hengst im Arc 2021. Der Vierjährige hatte im letzten Jahr den Prix du Jockey Club 2020 gewonnen, setzte sich zu Beginn diesen Jahres gegen die besten US-amerikanischen Pferde, in dem mit 20 Millionen US-Dollar dotierten Saudi Cup 2021, auf Sand durch und siegte anschließend auf Gras auch im Dubai Sheema Classic. Eine der großen Stärken des von John Gosden trainierten Make Believe-Sohns ist seine Flexibilität. Er kommt nicht nur mit jedem Boden klar, er kann auch an der Spitze oder am Ende des Feldes gehen. Seinen nächsten Start könnte er am 3. Juli in den Eclipse Stakes haben, wo er womöglich auf Snowfall trifft. In seiner britischen Heimat ist Mishriff bislang allerdings sieglos.

Adayar gewann am 5. Juni das Epsom Derbys klar mit viereinhalb Längen, was ihn normalerweise zu einem heißen Arc-Favoriten machen würde. Allerdings war der Godolphin-Hengst als 17:1 Außenseiter in den Klassiker gegangen und hatte zuvor auch nur ein Maidenrennen gewonnen. Dass er als Sohn von Frankel die Distanz im Prix de l’Arc de Triomphe stehen kann, hat er mit seinem Sieg in Epsom jedenfalls bewiesen. Was dieser Sieg Wert ist, wird man vermutlich nach den King George Stakes am 27. Juli wissen, in denen der Derbysieger als nächstes laufen soll.

Pyledriver könnte einer der Gegner von Adayar in den King George Stakes sein, zumindest ist dieses Rennen auf der Route zum Arc vorgesehen. Sein großes Kämpferherz zeigte der Vierjährige erst kürzlich bei seinem Sieg im Coronation Cup, wo er den favorisierten Al Aasy niederkämpfte und Gegner wie Japan oder Mogul weit hinter sich ließ. Der Jockey in Paris wird wie immer Martin Dwyer sein, der Schwiegersohn von Trainer William Muir.

In Swoop gehört als knapp geschlagener Zweitplatzierter des Arc 2020 natürlich ebenfalls zum Favoritenkreis, doch muss man sagen, dass das Rennen im letzten Jahr nicht allzu stark besetzt war. Viel falsch gemacht hat der Gewinner des Deutschen Derbys 2020 bislang jedenfalls nicht. Mit seiner enormen Endgeschwindigkeit und Willenskraft lief der Adlerflug-Sohn in seiner Karriere immer unter die ersten Drei, gewann jüngst auch den Grand Prix de Chantilly souverän.

Mare Australis ist wie In Swoop ein Hengst aus dem Gestüt Schlenderhan, der ebenfalls zum Kreis der Arc-Favoriten gehört. Der mittlerweile von André Fabre trainierte Australia-Sohn gewann Anfang Mai den Prix Ganay. Da dieses Rennen sehr früh in der Saison stattfand und nicht übermäßig gut besetzt war, sollte man abwarten, ob Mare Australis wirklich so stark ist, wie er derzeit am Wettmarkt bewertet wird.

Deep Bond ist bisher das einzige Pferd aus Japan, von dem man sicher weiß, dass es im Prix de l’Arc de Triomphe 2021 laufen soll. Als Dreijähriger war der Kizuna-Sohn nicht groß in Erscheinung getreten, hatte zu Beginn diesen Jahres aber das Hanshin Daishoten gewonnen und wurde am 2. Mai im Tenno Sho (Spring) nur knapp geschlagen. Er soll vor dem Arc noch den Prix Foy bestreiten. Welche anderen Pferde aus Japan in diesem Jahr die Reise nach Paris auf sich nehmen werden ist ungewiss. Wünschenswerte wäre sicherlich ein Engagement des letztjährigen Japan-Cup-Zweiten und Triple-Crown-Siegers Contrail, der bislang aber noch keine Nennung hat.

Torquator Tasso und Kaspar sind zwei von sieben deutschen Pferden mit einer Arc-Nennung, beide liefen im letztjährigen Deutschen Derby nicht weit hinter In Swoop über die Linie. Während Torquator Tasso vermutlich am 3. Juli beim Hansa-Preis in Hamburg antritt, könnte Kaspar am 4. Juli in den Grand Prix de Saint-Cloud gehen, wo er sich erneut mit In Swoop messen könnte. Wer von den dreijährigen deutschen Hengsten eine realistische Chance hat im Prix de l’Arc de Triomphe dabei zu sein, kann man nach dem Deutschen Derby am 4. Juli besser beurteilen. Genannt sind der Golden Horn-Sohn Diamantis und der Sieger des Berliner Derby Trials Sea Of Sands.

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Der Prix de l’Arc de Triomphe wird seit 1920 in Paris ausgetragen und gilt als das wichtigste Galopprennen der Welt. In diesem Jahr beträgt das Preisgeld wieder fünf Millionen Euro, womit der Arc das höchstdotierte Pferderennen Europas ist. In den letzten 71 Austragungen schafften es nur drei Pferde, die älter als vier Jahre alt waren, das Rennen zu gewinnen (Star Appeal 1975, Marienbard 2002, Waldgeist 2019).


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