Prix de l’Arc de Triomphe 2022

Prix de l’Arc de Triomphe 2022

2. Oktober 2022 - 2.400 Meter, Paris-Longchamp

Vorbericht vom 15. Juni 2022

Dem deutschen Hengst Torquator Tasso gebührt die Ehre als Titelverteidiger in das wichtigste Pferderennen der Welt starten zu dürfen. Wieder wird er sich am ersten Sonntag im Oktober mit den besten Pferden der Welt messen, bekommt es diesmal mit starken Gegnern aus Japan zu tun.

Desert Crown führt derzeit die Wettmärkte zum Arc 2022 an, obwohl er bislang nicht einmal für dieses Rennen eingeschrieben wurde. Der dreijährige Hengst aus dem Stall von Sir Michael Stoute ist noch ungeschlagen. Nach seinem Sieg in den Dante Stakes avancierte er zum Favorit in Englands bedeutendsten Rennen, enttäuschte seine Anhänger nicht, gewann das Epsom Derby in beeindruckender Weise. Wie es mit dem Nathaniel-Sohn weiter geht ist noch nicht entschieden. Als wahrscheinlichste nächste Ziele gelten das Irish Derby oder die King George Stakes. Und auch ein späterer Start im Prix de l’Arc de Triomphe ist durchaus möglich, hat Desert Crown mit dem häufig beim Arc anzutreffenden weichen Boden doch keine Probleme.

Vadeni gelang eine ähnlich eindrucksvolle Vorstellung wie Desert Crown, er gewann das französische Derby, den Prix du Jockey Club, souverän mit fünf Längen Vorsprung. Da dieses Rennen aber nur 2.100 Meter führt, ist nicht ganz klar, ob der Churchill-Sohn die 2.400 Meter in Paris stehen kann. Trainer Jean-Claude Rouget hat bereits klargemacht, dass der Aga Khan-Hengst zunächst weiter um die 2.000 Meter eingesetzt werden soll. Zunächst am 15. August im Prix Guillaume d’Ornano in Deauville und danach vielleicht in den Irish Champion Stakes. Einen Start im Prix de l’Arc de Triomphe schloss er aber nicht aus.

Do Deuce triumphierte im Mai im japanischen Derby mit neuer Rennrekordzeit. Im Gegensatz zu Desert Crown und Vadeni gibt es bei ihm keine Zweifel, dass er im Prix de l’Arc de Triomphe laufen wird. Sein Besitzer Masaaki Matsushima hat eine Teilnahme mehrfach als seinen großen Traum bezeichnet und wird die Jockey-Legende Yutaka Take für diesen Ritt engagieren. Vielleicht gelingt es Do Deuce, als erstem japanischen Pferd den Arc zu gewinnen. Japanische Pferde hatten in letzter Zeit international für Aufsehen gesorgt, gewannen mehrere Rennen beim Dubai World Cup Meeting und dem Breeders' Cup in den USA.

Tuesday gewann am 3. Juni, an ihrem dritten Geburtstag, die Epsom Oaks, es war der zehnte Sieg in diesem Rennen für ihren Trainer Aidan O'Brien. Sollte die Galileo-Tochter im Prix de l’Arc de Triomphe antreten, wird auch sie zum Kreis der Favoriten gehören, zumal von den letzten elf Arc-Austragungen sieben von Stuten gewonnen wurden.

Emily Upjohn unterlag Tuesday in den Epsom Oaks in einem packenden Finale mit einer "Nase", sie hatte sich am Start versäumt. Die Sea The Stars-Tochter war als klare Favoritin in die Oaks gegangen, nachdem sie zuvor alle drei Starts gewonnen hatte. Trotz ihrer ersten Niederlage dürfte sie eine große Zukunft vor sich haben und wäre auch im Arc 2022 unter den Siegkandidatinnen.

Hurricane Lane gewann im letzten Jahr die Dante Stakes, das Irish Derby, den Grand Prix de Paris und das St Leger, war daraufhin als Favorit in den Arc 2021 gegangen, wo er knapp geschlagen jedoch nur Dritter wurde. In diesem Jahr hat der Godolphin-Hengst noch kein Rennen bestritten, er soll gezielt auf den Prix de l’Arc de Triomphe vorbereitet werden. Sein Jahresdebüt könnte am 18. Juni in den Hardwicke Stakes in Ascot erfolgen.

Shahryar ist eine weitere Hoffnung Japans. Der Deep Impact-Sohn gewann im März das Dubai Shema Classic und soll im Oktober im Prix de l’Arc de Triomphe laufen. Der Vierjährige wurde bislang sehr gezielt eingesetzt, bestritt erst acht Rennen, gewann letztes Jahr das japanische Derby und wurde Dritter im Japan Cup. Beim ersten Start nach drei Monaten Rennpause wurde er am 15. Juni in den Prince Of Wales's Stakes in Ascot allerdings nur Vierter von fünf.

Torquator Tasso gewann den Arc 2021 völlig überraschend bei einer Quote von 69:1 und profitierte dabei wohl auch von dem schweren Geläuf in Paris-Longchamp. Es ist natürlich nicht auszuschließen, dass er auch 2022 diese Bodenverhältnisse antreffen wird, dennoch wird er sicherlich wieder nicht zu den Favoriten gehören. Der mittlerweile fünf Jahre alte Adlerflug-Sohn wurde nach seinem sensationellen Triumph in eine neunmonatige Pause geschickt, die er am 29. Mai mit einem letzten Platz im Großen Preis der Badischen Wirtschaft beendete, was nach der langen Auszeit für ihn aber nicht ungewöhnlich ist. Er soll nun zunächst versuchen, am 2. Juli in Hamburg seinen Titel im Großen Hansa-Preis zu verteidigen. Torquator Tasso hatte im letzten Jahr vor dem Arc den Großen Preis von Baden gewonnen, ein Jahr zuvor war er im Deutschen Derby 2020 Zweiter geworden, hinter In Swoop, der anschließend im Arc auf Platz 2 lief.

Der Prix de l’Arc de Triomphe ist mit einem Preisgeld von fünf Millionen Euro das höchstdotierte Pferderennen in Europa und gilt als das bedeutendste der Welt. In den letzten 72 Austragungen gelang es nur drei Pferden, die älter als vier Jahre alt waren, den Arc zu gewinnen (Star Appeal 1975, Marienbard 2002, Waldgeist 2019).


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