Deutsches Derby 2023

Deutsches Derby 2023

2. Juli 2023 - 2.400 Meter, 3-jährige Pferde, Hamburg-Horn

Vorbericht vom 8. Dezember 2022

Gut ein halbes Jahr vor Austragung des 154. Deutschen Derbys ist es naturgemäß kaum möglich, eine Aussage zu dessen Ausgang zu treffen, manche Pferde sind schließlich noch gar nicht gelaufen oder stecken mitten in ihrer Entwicklung. Dennoch haben einige Zweijährige den Eindruck hinterlassen, sie könnten auch am 2. Juli noch zu den Favoriten gehören.

Alpenjäger wird nach seinem beeindruckenden Erfolg im Herzog von Ratibor-Rennen als einer der chancenreichsten Hengste seines Jahrgangs ins neue Jahr gehen. Er hatte dieses Gruppe-III-Rennen am 13. November mit sieben Längen Vorsprung gewonnen, dabei mehrere vorherige Sieger und den Zweiten des Winterfavoriten, See Paris, hinter sich gelassen. Natürlich kann argumentiert werden, dass dieses Rennen so spät in der Saison stattfand, dass einige Pferde ihren Zenit bereits überschritten hatten. Jedoch hatte Alpenjäger auch das Rennen zuvor gewonnen und war beim Debüt nur von Aspirant geschlagen worden, den er im Rabitor-Rennen klar besiegte. Trainer Peter Schiergen sieht in Alpenjäger einen Steher, brachte ihn schon jetzt für das St Leger ins Gespräch.

Fantastic Moon gehört als Gewinner des Preises des Winterfavoriten natürlich zu den Topfavoriten auf den Sieg im Deutschen Derby 2023, zumal der Sea The Moon-Sohn noch ungeschlagen ist. Er hatte bereits sein Debüt in seiner Münchner Heimat gewonnen. Leichte Zweifel bestehen allerdings, ob er die 2.400 Meter im Derby stehen kann, weshalb laut Trainerin Sarah Steinberg auch ein Start im Prix du Jockey Club über 2.000 Meter möglich ist. Auch die Statistik spricht nicht für Fantastic Moon, gelang es in den letzten sechsundzwanzig Jahren doch nur einem Winterfavoriten (Isfahan 2015) das Deutsche Derby zu gewinnen.

Vintage Moon ist wie sein Halbbruder Fantastic Moon nach zwei Starts noch unbesiegt. Schon bei seinem Debüt hatte er die spätere Auktionsrennen-Siegerin Noblesse Oblige mit fast fünf Längen bezwungen, dann das mit 200.000 Euro dotierte Ferdinand Leisten-Memorial in Baden-Baden für sich entschieden. Der von Marcel Weiß für das Gestüt Auenquelle trainierte Sea The Moon-Nachkomme soll im kommenden Jahr die klassische Route zum Derby einschlagen.

Dressman hatte keinen allzu guten Start in seine Rennkarriere. Wurde er im Juli bei seinem Debüt in einem Auktionsrennen hinter See Paris noch Zweiter, war er im September im Junioren-Preis ohne Chance. Im Oktober legte er dann in Dortmund seine Maidenschaft ab und gewann einen Monat später in München das dortige Auktionsrennen deutlich. Er wäre der erste Schimmel, der nach 153 Austragungen das Deutsche Derby gewänne.

Quantanamera ist eine von fünf Stuten, die für das Deutsche Derby genannt wurden. Nachdem 2022 gleich zwei Stuten mit von der Partie waren, erscheint es nicht unrealistisch, dass auch 2023 Stuten am Ablauf stehen werden. Quantanamera hat bis jetzt jedenfalls alles richtig gemacht. Gleich beim Debüt setzte sie sich gegen mehrere für das Derby nominierte Hengste durch, gewann dann im Oktober den Preis der Winterkönigin mit sagenhaften achteinhalb Längen.

Naila, eine für das Gestüt Röttgen laufende Adlerflug-Tochter, ist eine weitere noch ungeschlagene Stute, die für das Derby eingeschrieben ist. Ihren bislang einzigen Start konnte sie in Köln mit zehn Längen Vorsprung gewinnen. Ähnliches gilt für die Cracksman-Tochter Weracruz aus dem Stall von Peter Schiergen. Auch sie gewann ihren einzigen Start überlegen.

Dalir ist bisher noch gar nicht gelaufen, dennoch findet der Australia-Sohn im Wettmarkt zum Deutschen Derby Beachtung. Seine Mutter Dyanamore ist auch die Mutter von Donjah, die 2020 den Preis von Europa gewann.

Dubai Mile ist eines von mehreren Pferden, die aus dem Ausland für das Deutsche Derby 2023 nominiert wurden. Der von Mark Johnston in England trainierte Hengst ist bereits fünfmal gelaufen, wurde Zweiter in den Royal Lodge Stakes (Gr.2) und gewann Ende Oktober das Critérium de Saint-Cloud (Gr. 1). Für ihn stehen natürlich die Dante Stakes und das Epsom Derby am 3. Juni im Vordergrund. Weitere interessante internationale Hengste sind Ralph Becketts Salt Bay, Dritter im Critérium International oder der zweifache französische Sieger Sirtaki, wobei natürlich völlig unklar ist, ob diese Pferde im Juli überhaupt in Deutschland antreten werden.

Vollständige Nennungsliste des Deutschen Derbys 2023 mit Speed-Punkten.


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