Deutsches Derby 2025
6. Juli 2025 - 2.400 Meter, 3-jährige Pferde, Hamburg-Horn -- Boden: gut
Vorbericht vom 3. Juli 2025
Ohne Bedenken kann das 156. Deutschen Derby als völlig offenes Rennen bezeichnet werden,
denn kein Pferd sticht heraus, die Liste der möglichen Sieger ist lang.
Auch den Gästen aus dem Ausland und einer Stute ist der Triumph im "Blauen Band" zuzutrauen.
Path Of Soldier
steht seit seinem Sieg im Bavarian Classic ganz vorne im Derby-Wettmarkt,
er hatte sich am 1. Mai in München gegen ein ganzes Feld hoch eingeschätzter Hengste durchgesetzt.
Einen Monat später unterlag der Soldier Hollow-Sohn im Iffezheimer Derby Trial zwar dem Franzosen Juwelier mit kurzem Kopf,
stellte von weit hinten kommend aber erneut seine kämpferischen Qualitäten unter Beweis.
Seine Mutter Path Wind ist die Mutter des letztjährigen Derbysiegers Palladium.
Trainer Peter Schiergen hat das Deutsche Derby schon sechsmal gewonnen,
Jockey Andrasch Starke kann gar auf acht Derby-Siege verweisen.
Allerdings ist es in den letzten 25 Jahren nur drei Bavarian Classic-Siegern gelungen, auch das Deutsche Derby zu gewinnen.
Delgardo
erlebte einen enttäuschenden Einstand ins neue Jahr,
wurde am 30. April in einem stark besetzten Rennen in Köln als Favorit nur Vierter.
Drei Wochen danach konnte sich der Best Solution-Sohn bereits rehabilitieren,
gewann an gleicher Stelle Start-Ziel, nach langem Kampf mit Hochkönig,
beeindruckende dreizehn Längen vor dem Rest des Feldes.
Weitere drei Wochen später setzte er sich dann auch im Düsseldorfer Derby Trial durch.
Auch Delgados Trainer Andreas Wöhler hat das Deutsche Derby schon fünfmal gewinnen können.
Zuckerhut
zählt nach seinem Sieg am Pfingstmontag im Kölner Union-Rennen zu den ganz großen Derby-Favoriten,
auch wenn dieses Rennen, im Gegensatz zu den vergangenen Jahren, sicherlich nicht übermäßig stark besetzt war.
Ähnlich wie Delgado, sechs Wochen zuvor an selber Stelle,
lieferte sich auch Zuckerhut in der "Union" mit Hochkönig einen Kampf bis zur Ziellinie.
Zweijährig hatte der von Peter Schiergen trainierte Almanzor-Sohn kein Rennen bestritten.
Gleich seinen ersten Lebensstart gewann er aber im April in Mülheim über 2.100 Meter gegen starke Konkurrenz,
ging daraufhin als Favorit ins Bavarian Classic, endete dort zwei Längen hinter Path Of Soldier auf Rang vier.
Convergent kommt aus dem englischen Yorkshire nach Hamburg-Horn.
Nach zwei Siegen zum Karrierestart belegte der Fascinating Rock-Sohn am 7. Mai den dritten Platz in den Chester Vase Stakes.
Zwei Längen vor ihm Lambourn und Lazy Griff, die kurz darauf im
Epsom Derby
Erster und Zweiter wurden und sich auch im Irish Derby platzierten.
Am 20. Juni hätte Convergent eigentlich in den King Edward VII Stakes in Ascot antreten sollen,
wurde aufgrund des zu festen Bodens von Trainer Karl Burke aber wieder abgemeldet.
Da für Sonntag in Hamburg Regen vorhergesagt ist, kann davon ausgegangen werden, dass Convergent antritt
und zu den Topfavoriten gehören wird.
Convergent (links) wird Dritter in den Chester Vase
Lady Charlotte
ist in diesem Jahr die einzige Stute im Deutschen Derby und wird dort keinesfalls zu den Außenseitern gehören.
Die Golden Horn-Tochter hatte als Zweijährige ihre ersten beiden Starts in Polen gewonnen,
war dann an den Stall von Andreas Wöhler gewechselt, für den sie am 18. Mai in Hannover
auf Listenebene erfolgreich war. Am 8. Juni gewann sie in Hoppegarten auch den Diana Trial
und ist seither Favoritin für den Preis der Diana am 3. August in Düsseldorf.
Da sich Trainer und Besitzer Marian Ziburske aber auch gegen die Hengste gute Chancen ausrechnen,
probiert man es zunächst im Deutschen Derby, wo Lady Charlotte 1,5 Kilogramm weniger als die Hengste trägt.
Die letzte Stute, die das Derby gewinnen konnte, war 1997 Borgia.
Vor zwei Jahren schaffte es Weracruz auf Platz drei.
Juwelier
ist für die deutschen Hengste ein ernstzunehmender Gegner,
schließlich bezwang er Path Of Soldier in Iffezheim.
Sein Besitzer Hajro Jusufovic, der Juwelier von den Italienern Alessandro und Giuseppe Botti
im französischen Chantilly trainieren lässt,
hatte schon im Frühjahr angekündigt, mit ihm ins Deutsche Derby 2025 gehen zu wollen.
Im April hatte Juwelier in Fontainebleau ein Altersgewichtsrennen gewonnen,
war dann in einem Listenrennen in Chantilly aber nur Fünfter geworden,
was nicht unbedingt für die Stärke des deutschen Dreijährigen-Jahrgangs spricht.
Was eine Wette auf Juwelier schwierig macht, es gilt keineswegs als gesichert,
dass der Wootton Bassett-Sohn die 2.400 Meter in Hamburg-Horn stehen kann.
Als Jockey wurde der Italiener Umberto Rispoli verpflichtet, der mehrere internationale Gruppe-I-Rennen gewonnen hat.
Hochkönig
konnte von seinen fünf Starts, die er allesamt in Köln absolvierte, nur einen gewinnen,
dennoch muss man ihn auf dem Zettel haben, denn
der von Yasmin Almenräder trainierte Polish Vulcano-Sohn unterlag sowohl Delgado als auch Zuckerhut
erst nach langem Kampf. Sollte er mit der Bahn in Hamburg-Horn besser zurechtkommen und sich noch etwas
steigern können, wäre ein Sieg im Deutschen Derby keine Überraschung.
Im Sattel wird erneut Nina Baltromei sitzen, im Vorjahr Championesse der deutschen Amateurrennreiterinnen.
Lazio
unterlag Path Of Soldier im Bavarian Classic (2.000 m) nach Kampf mit einem Kopf,
hatte als Zweijähriger aber alle drei Starts gewonnen,
darunter den Junioren Preis und ein Acht-Längen-Sieg im Gran Criterium (Gr.3) in Mailand.
Gewisse Zweifel bestehen, ob er die 2.400 Meter im Deutschen Derby stehen kann.
Sein Vater Make Believe lief nie weiter als eine Meile,
seine Mutter La Caldera war auf noch kürzeren Distanzen aktiv.
Am 22. Mai versuchte man sich mit Lazio über 2.200 Meter im Prix Hocquart in Paris,
wo er in einem sehr langsam gelaufenen Rennen Siebter wurde.
Lazio gewinnt das Gran Criterium in Mailand hochüberlegen
Zauberkönig
zählt schon deshalb zum Favoritenkreis,
weil es sich bei seinen Besitzern um Liberty Racing handelt,
deren Hengste die letzten beiden Deutschen Derbys gewonnen haben.
Als Zweijähriger blieb der Teofilo-Sohn zweimal sieglos, scheiterte im Junioren Preis an Lazio.
In diesem Jahr gewann er seine ersten beiden Rennen,
darunter am 3. Mai in Mailand den Premio Emanuele Filiberto mit sieben Längen Vorsprung.
Daraufhin ging er am 2. Juni in Rom als Favorit ins Derby Italiano, wurde dort aber nur Fünfter,
wenn auch nicht allzu weit geschlagen.
Name Lord
ist der einzige Starter, der bereits Erfahrung auf der Rennbahn in Hamburg-Horn sammeln konnte.
Vor einem Jahr gewann er dort gleich sein Debüt, was bislang aber auch sein einziger Sieg geblieben ist.
Überhaupt verfügt der von Andreas Suborics trainierte Lord Of England-Nachkomme über die Erfahrung von sieben Starts.
Zuletzt wurde er im Düsseldorfer Derby Trial Zweiter, eine Länge hinter Delgado, aber vor Waldnebel.
Waldnebel
beendete den Düsseldorfer Derby Trial zwei Längen hinter Delgado auf dem dritten Platz,
gewann dann am 19. Juni ein Rennen über 2.400 Meter Start-Ziel klar. Zwar waren dort nur vier Pferde am Start,
drei von ihnen hatten jedoch eine Derby-Nennung.
Schon Anfang Mai gewann der von Sascha Smrczek trainierte Reliable Man-Sohn in Krefeld von der Spitze aus
und könnte auch im Deutschen Derby versuchen die Führung zu übernehmen.
Abando
gewann keinen seiner drei Starts, war aber weder im Bavarian Classic noch im Union-Rennen weit geschlagen,
wurde zuletzt in Köln sogar Dritter.
Der Gewinn des Deutschen Derbys wäre für den Adlerflug-Sohn eine große Überraschung,
eine vordere Platzierung ist indes vorstellbar.
The Sheriff ist neben Juwelier ein zweiter französischer Starter im Deutschen Derby 2025.
Der von Tim Donworth in Chantilly trainierte Almanzor-Nachkomme wurde am 21. Mai
in einem Listenrennen in Toulouse nur vom Prix de l'Avre-Zweiten Croquis knapp bezwungen,
hat seither aber kein Rennen mehr bestritten, ein angedachter Start am 15. Juni im Prix du Lys in Paris wurde nicht wahrgenommen.
So bleibt The Sheriff ein sehr schwer einzuschätzendes Pferd.
Wie in Toulouse wird er auch in Hamburg vom Franzosen Guillaume Trolley de Prevaux geritten.
Sedano
lief zunächst nur in Frankreich.
Nach einem dritten Platz beim Debüt im März, hatte der von Waldemar Hickst trainierte Lope De Vega-Nachkomme sich
in Altersgewichtsrennen in Lyon und Straßburg klar durchsetzen können und zählte deshalb im Kölner Union-Rennen
zu den Mitfavoriten, endete dort aber fünf Längen hinter Zuckerhut auf Platz vier.
Im Deutschen Derby reitet ihn der Franzose Augustin Madamet.
Klarer Sieg für Sedano in Straßburg
Amico
steht wie Zauberkönig im Besitz von Liberty Racing.
Er ging im Union-Rennen noch knappe zwei Längen hinter Sedano durchs Ziel,
weshalb auch er im Deutschen Derby zu den Außenseitern gehören wird.
Bedenkt man, dass er überhaupt erst drei Rennen bestritten hat,
wäre eine Steigerung bei ihm keine Überraschung.
Enzian
hat sogar nur zwei Rennen absolviert.
Sein Debütsieg am 1. Mai über 2.200 Meter in Hannover war so stark, dass er als zweiter Favorit ins Union-Rennen ging,
wo er aber zwölf Längen hinter Zuckerhut auf Platz sechs enttäuschte.
Natürlich wird er nun im Derby zu den Außenseitern gehören,
doch ist dem im Gestüt Röttgen gezüchteten Zarak-Sohn zuzutrauen, die letzte Leistung zu korrigieren.
Pompeo Dream
gewann als Zweijähriger das mit 55.000 Euro dotierte Herzog von Ratibor-Rennen in Krefeld.
Da sein Vater Muhaarar auf der Sprintstrecke zuhause war, gibt es bei ihm, mit Blick auf das Deutsche Derby,
jedoch starke Zweifel an seinem Stehvermögen.
Ein Start zu Beginn des Jahres im Dr. Busch-Memorial wurde ausgelassen, stattdessen schickte man ihn am 27. April in
die italienischen 2000 Guineas (1.600 m) nach Rom, wo er Elfter wurde. Seither ist Pompeo Dream nicht mehr gelaufen.
Düx
ist ein weiterer Hengst, bei dem man sich fragt, was er im Deutschen Derby zu suchen hat.
Der von Andreas Helfenbein trainierte Best Solution-Sohn hat es bei seinen sechs Starts nur einmal unter die ersten Drei geschafft.
Im Düsseldorfer Derby Trial wurde er sieben Längen hinter Delgado Siebter.
Tipp: Zuckerhut - Path Of Soldier - Convergent
Vollständige
Nennungsliste
des Deutschen Derbys 2025 mit Speed-Punkten.
Bedeutende Derby-Vorprüfungen: