Deutsches Derby 2026
5. Juli 2026 - 2.400 Meter, 3-jährige Pferde, Hamburg-Horn -- Boden: weich
Vorbericht vom 3. Juli 2026
Lange galt Gostam als alleiniger Favorit auf den Sieg im 157. Deutschen Derby, doch am Sonntag
werden auch der ungeschlagene Englishman, der Derby Italiano-Dritte Salitos oder der britische Hengst
Bay Of Brilliance großen Anhang finden.
Gostam
dominierte schon als Zweijähriger seine Gegner,
gewann im vergangenen Jahr alle drei Starts überlegen und mit teils deutlichem Vorsprung,
darunter das Zukunfts-Rennen und den Preis des Winterfavoriten.
Auch beim Saisondebüt am 1. Mai in München war der Saxon Warrior-Sohn im Bavarian Classic nicht zu bezwingen,
fand diesmal in Lommi aber einen Gegner, den er, von Eduardo Pedroza nur mit den Händen geritten, erst nach längerem Kampf besiegte.
Am 31. Mai probierte man es dann beim Prix du Jockey Club in Chantilly gegen die besten dreijährigen Hengste Europas.
Für ganz vorne reichte es für Gostam nicht, aber knappe vier Längen hinter dem Sieger endete er auf Platz acht keinesfalls enttäuschend.
Gostam gewinnt den Preis des Winterfavoriten souverän
Englishman
wird nach seinem Sieg im 191. Union-Rennen als der große Gegner von Gostam gehandelt.
Er hatte den wichtigsten Trial zum Deutschen Derby am 16. Juni in Köln zwar nicht mit großem Abstand,
aber von weit hinten kommend mit eindrucksvollem Speed gewonnen.
Der von Marcel Weiß für das Gestüt Ittlingen trainierte Nathaniel-Sohn ist noch ungeschlagen,
hatte seinen einzigen vorherigen Start am 9. Mai auf Anhieb über 2.350 Meter in Krefeld gewonnen.
Die relative Unerfahrenheit spricht gegen Englishman, das in Köln gezeigt Stehvermögen für ihn.
Bay Of Brilliance
ist der einzige Hengst, der aus dem Ausland ins Deutsche Derby 2026 geschickt wurde
und hat sicherlich gute Chancen dieses Rennen zu gewinnen.
Von Ralph Beckett in England trainiert, lief der New Bay-Sohn am 6. Juni im
Epsom Derby 2026
auf einen starken vierten Platz.
Zuvor war er im Lingfield Derby-Trial nur um einen Hals am Epsom-Zweiten Maltese Cross gescheitert.
Diese Formen sollten normalerweise reichen, um in einem deutschen Feld sehr weit vorne zu landen.
Auch der in Hamburg-Horn zu erwartende gute Boden sollte Bay Of Brilliance entgegenkommen.
Westminster Rocket
hätte die "Union" fast Start-Ziel gewonnen, musste sich am Ende nur Englishman geschlagen geben.
Bedenkt man, dass der Golden Horn-Sohn die gesamte Führungsarbeit leistete, könnte für ihn
im Deutschen Derby vielleicht mehr drin sein.
Zuvor hatte er am 2. Mai mit einem Sieg beim Premio Emanuele Filiberto (2.000 m) in Mailand
auf sich aufmerksam gemacht, einem der wichtigsten Trials für das Derby Italiano.
Als Zweijähriger gewann er in Warschau seinen einzigen Start über die Meile, ist also schon ein international erfahrener Hengst.
Wie Gostam wird Westminster Rocket von Andreas Wöhler trainiert,
der das Deutsche Derby schon fünfmal gewinnen konnte.
Englishman gewinnt das Union-Rennen vor Westminster Rocket und Kairos
Salitos
sah am 2. Juni im Derby Italiano auf der langen Mailänder Zielgerade schon wie der Sieger aus,
wurde jedoch noch abgefangen, stieg mit dieser starken Leistung aber zu einem ernstzunehmenden Hengst
im Deutschen Derby 2026 auf.
Im Februar hatte er sich in Fontainebleau gegen zwölf Gegner durchgesetzt
und musste sich Ende April in Saint-Cloud nur dem hoch eingeschätzten Hengst Aeronef geschlagen geben.
Für den von Peter Schiergen für Liberty Racing trainierten In Swoop-Sohn
ist das Derby in Hamburg-Horn der erste Start in Deutschland.
Schiergen konnte das Deutsche Derby sogar schon sechsmal gewinnen.
Salitos verpasst den Sieg im Derby Italiano knapp
Kairos
hatte als Zweijähriger mit zwei Siegen aus zwei Starts beeindruckt,
gewann den Kölner Youngster Cup und den Youngster Steher Cup in Hannover,
galt in der Winterpause als ganz heißer Derby-Kandidat.
Völlig enttäuschend verlief dann allerdings sein Saisondebüt.
Als klarer 1.30 Favorit startete er in den von Westminster Rocket gewonnenen Premio Emanuele Filiberto,
endete überraschend aber nur abgeschlagen auf Platz vier.
Im Kölner Union-Rennen unterlag der von Henk Grewe trainierte Zarak-Sohn erneut gegen Westminster Rocket,
dort aber nur mit einer dreiviertel Länge auf Platz drei.
Chiefland
läuft wie Kairos und Salitos für die Liberty Racing-Farben, die 2023 und 2024 das Deutsche Derby gewannen.
Er hatte seinen einzigen Start als Zweijähriger gewonnen, weshalb er beim Saisondebüt am 12. April in Düsseldorf
als Favorit in ein gut besetztes Rennen ging, dort aber auf der Linie dem Außenseiter Tailwind mit einem Kopf unterlag.
Sechs Wochen später ließ er im Düsseldorfer Derby-Trial nichts anbrennen,
traf dort aber auch nicht auf die stärksten Gegner.
Loucas
wie Englishman für das Gestüt Ittlingen laufend,
präsentierte sich als Zweijähriger in guter Form,
ging gleich bei seinem ersten Start im August als Sieger hervor,
verwies in Krefeld die spätere Winterkönigin Alsterperle auf Platz zwei
und gewann im Oktober das mit 200.000 Euro dotierte Ferdinand Leisten Memorial.
Beim ersten Start im neuen Jahr unterlag er dem Hengst Asker im Dr. Busch-Memorial nach Kampf mit einem Kopf.
Am 25. Mai war er in den 2000 Guineas in Köln bestes deutsches Pferd,
hatte gegen die beiden englischen Gäste aber das Nachsehen.
Bislang ist Loucas nie weiter als 1.700 Meter gelaufen,
vielleicht überrascht der Best Solution-Sohn über 2.400 Meter im Deutsche Derby.
Pashang (Nichtstarter),
wie Gostam für Darius Racing laufend,
hatte am 28. Dezember etwas überraschend sein Debüt auf der Sandbahn in Dortmund absolviert,
wo er dem bereits mehrfach gelaufenen späteren Gruppe-Sieger Asker unterlag.
Knappe fünf Monate später beeindruckte der
Isfahan-Sohn in Mülheim mit einem Sieben-Längen-Start-Ziel-Sieg gegen mehrere für das Derby eingeschriebenen Gegner.
Im Derby Italiano kam er über einen achten Platz jedoch nicht hinaus,
was ihm im Deutschen Derby eher zu einem Außenseiter macht.
Pashang wurde auch für den Prix de l’Arc de Triomphe nominiert.
Ob er überhaupt im Derby laufen wird, ist unklar.
Abachi
lieferte sich als Zweijähriger mit Kairos zwei starke Duelle, die er zwar beide verlor,
in Hannover aber zwanzig Längen vor dem Rest des Feldes.
Doch wie bei Kairos verlief auch bei Abachi der Start in die Dreijährigen-Saison enttäuschend,
im Bavarian Classic wurde er knappe vier Längen hinter Gostam nur Fünfter.
Im Kölner Union-Rennen hatte Abachi auf der Zielgeraden einen starken Moment,
wurde aber stark behindert und kam so nur als Siebter ins Ziel.
Schlecht war sein Auftritt in Köln keineswegs,
vielleicht hat er im Deutschen Derby mehr Glück.
Abachi unterliegt Kairos beim Steher Cup in Hannover knapp
Quitos
gewann am 21. Juni völlig überraschend den letzten Derby-Trial,
den Hoffnungspreis in Dortmund. Vom letzten Platz kommend zog er an der Konkurrenz vorbei
und bescherte so seinem Trainer Christian Sprengel einen Platz im Deutschen Derby 2026.
Viel sprach zuvor nicht dafür, der Iquitos-Sohn hatte bei seinen drei Starts
in Hannover gegen die gleichaltrige Konkurrenz wenig zu bestellen gehabt.
Ihm bleiben bis zum Derby nur zwei Wochen Erholungspause.
Dardanos
wurde im Dortmunder Hoffnungslauf eine Nasenspitze vor Alter Meister Zweiter
und wird nun ebenfalls im Derby antreten. Er hatte an selber Stelle ein sehr mäßig besetztes Rennen gewonnen
und als Zweijähriger mehrfach enttäuscht.
Der Soldier Hollow-Sohn wird in Hamburg-Horn zu den Außenseitern gehören.
Dardanos unterliegt Quitos im Hoffnungslauf
Spezialist
gewann am 1. Mai in Hannover ein Rennen gegen eher mäßige Konkurrenz
in eindrucksvoller Manier und wurde daraufhin in das Kölner Union-Rennen geschickt,
wo er aber nur Sechster wurde. Dennoch wird er seinen Platz im Derby wahrnehmen.
Trainiert wird der Protectionist-Nachkomme vom Yasmin Almenräder,
die im Vorjahr das Deutsche Derby mit Hochkönig gewann.
Yacomo
schaffte es im Iffezheimer Derby-Trial auf den zweiten Platz, drei Längen vor Lommi,
der im Bavarian Classic nur von Gostam bezwungen werden konnte.
Allerdings ging Lommi verletzt aus dem Rennen in Iffezheim und
der Sieger Seguro hatte nicht mal eine Nennung für das Deutsche Derby.
Es war überhaupt erst der erste Start in diesem Jahr für Yacomo,
als Zweijähriger hatte er dagegen fünf Rennen absolviert, ein kleineres in Lyon gewonnen.
In 156 Austragungen ist es noch keinem Schimmel gelungen das Deutsche Derby zu gewinnen.
Waladares
(Nichtstarter) gewann seinen ersten Start im April in Hoppegarten gegen drei Gegner,
blieb anschließend im Bavarian Classic auf Platz sechs aber blass.
Nicht viel ermutigender sein Auftritt im Iffezheimer Derby-Trial, in dem er eine Länge hinter Yacomo Dritter wurde.
Der Ire Seamie Heffernan wird den Gleneagles-Nachkommen im Deutschen Derby reiten.
Four Seasons
lief am in der Riemer Saisoneröffnung auf Anhieb auf den zweiten Platz,
ging anschließend in Krefeld als Favorit ins Rennen, endete aber acht Längen hinter Englishman.
Besser lief es für den Japan-Nachkommen Ende Mai auf seiner Heimatbahn in Köln,
wo er ein schwach besetztes Rennen für sich entschied. Auch er wird von Peter Schiergen trainiert,
muss sich im Deutschen Derby aber gehörig steigern.
Guevara
ist neben Four Seasons der zweiter Hengst aus dem Stall Hanse im Derby 2026.
Der Alson-Sohn wurde in dem von Chiefland gewonnenen Düsseldorfer Derby-Trail Zweiter,
war zuvor im Bavarian Classic aber Letzter und wird in Hamburg zu den Außenseitern gehören.
Varley
konnte sich gegen schwächere Derby-Kandidaten mehrfach platzieren und lief
bei Englishmans Sieg in Krefeld knappe drei Längen hinter ihm auf Platz zwei.
Im Union-Rennen wurde der Japan-Sohn über vier Längen hinter dem Sieger Achter.
Obwohl er im Deutsche Derby eigentlich chancenlos ist, soll er dort laufen.
Abacus
wurde bei der Riemer Saisoneröffnung knappe fünf Längen hinter Four Seasons Vierter und
gewann anschließend ein eher nichtssagendes Rennen in Iffezheim. Im Deutschen Derby 2026
wird nun deutlich mehr verlangt.
Iron Triumph
hat in seinem Leben vier Rennen bestritten.
In den ersten drei ging der Cracksman-Sohn als abgeschlagener Letzter über die Ziellinie,
dann wurde ihm ein Hoden entfernt und er schaffte es am 19. Juni in Chantilly auf Platz fünf von sieben Pferden.
Warum solch ein Hengst im Deutschen Derby mitlaufen muss, bleibt das Geheimnis von Besitzer Ali Özdemir.
Vollständige
Nennungsliste
des Deutschen Derbys 2026 mit Speed-Punkten.
Bedeutende Derby-Vorprüfungen: