Deutsches Derby 2022

Deutsches Derby 2022

3. Juli 2022 - 2.400 Meter, 3-jährige Pferde, Hamburg-Horn

Vorbericht vom 27. Dezember 2021

Rund ein halbes Jahr vor Austragung des 153. Deutschen Derbys ist es kaum möglich eine ernsthafte Prognose über dessen Ausgang abzugeben. Die jungen Hengste stecken mitten in ihrer Entwicklung und manche haben noch gar kein Rennen bestritten. Dennoch lassen die bisher gezeigten Leistungen einige Rückschlüsse zu.

Tünnes gilt nicht erst seit seinem Sieg am 14. November im Herzog von Ratibor-Rennen als Favorit auf den Gewinn des Deutschen Derbys 2022. Er hatte zuvor bereits ein Maidenrennen in Köln überlegen gewonnen, das später vom Zweitplatzierten Antinanco durch einen Sieg in Dresden deutlich aufgewertet wurde. Tünnes, benannt nach einer legendären knollennasigen Kölner Figur, offenbarte beim Gewinn des Rabitor-Rennens ein großes Kämpferherz, streckte seine Nase knapp vor Ariolo über die Linie. Seine Mutter Tijuana ist auch die Mutter des aktuellen Prix de L'Arc de Triomphe-Siegers Torquator Tasso.

Ariolo unterlag Tünnes im Rabitor-Rennen nach langem Kampf hauchdünn, was ihn auf eine Stufe mit dem Derby-Favoriten stellt. Schon im September war er im Junioren-Preis unglücklich gescheitert, wurde mit dem Sieg vor Augen auf der Linie gestellt. Statistisch gesehen hat der Röttgener aber ohnehin schlechte Karten. In 152 Jahren gelang es keinem einzigen Schimmel das Deutsche Derby zu gewinnen.

Sea Bay würde unter normalen Umständen als Derby-Favorit gelten, gewann er doch den Preis des Winterfavoriten mit beeindruckenden neun Längen. Unter seinen Gegnern auch Ariolo, dem er zuvor im Junioren-Preis noch unterlegen war. Leider zog sich Sea Bay im Winterfavoriten eine Fissur zu. Die anschließende Operation verlief erfolgreich, dennoch kann nur die Zukunft zeigen, ob der von Henk Grewe trainierte New Bay-Sohn ganz der Alte ist. Auch für ihn sieht die Statistik nicht gut aus, in den letzten einundzwanzig Jahren gelang nur einem Winterfavoriten der Sieg im Deutschen Derby.

No More Bolero wurde für seinen bislang einzigen Start von Köln nach Lyon gebracht, wo er sein Debüt über 2.000 Meter Start-Ziel gewann. Der Sieg des Protectionist-Sohnes war so eindrucksvoll, dass die Buchmacher ihn zwischenzeitlich sogar als Derby-Favorit führten.

Alessio hat ebenfalls erst ein Rennen bestritten, zeigte dabei eine sehr überzeugende Leistung. Zwar unterlag der Ittlinger Teofilo-Sohn in Dortmund der Stute Mountaha mit einem Hals, blieb dabei aber weit vor anderen starken Gegnern, weshalb man am Stall von Andreas Wöhler hohe Erwartungen für die kommende Saison hegt.

So Moonstruck unterlag bei seinem Debüt noch mit Kopf, setzte sich beim zweiten Versuch dann in beeindruckender Manier Start-Ziel durch. Trainer Markus Klug hatte bewusst auf Starts in den größeren Rennen verzichtet, laut ihm ist der Schlenderhan ein Hengst für die Dreijährigen-Saison.

Ardakan, wie Ariolo ein Schimmel und wie dieser vom Gestüt Röttgen gezüchtet, gewann Anfang November in Rom den zur Gruppe III zählenden Premio Guido Berardelli auf schwerem Geläuf mit sechs Längen Vorsprung. Der für sein Alter groß gewachsene Reliable Man-Sohn lief zuvor bereits in Baden-Baden ein gutes Rennen, scheiterte dort über 2.000 Meter knapp an der Diana-Favoritin Sword Miss.

Magical Beat könnte ein Pferd sein, das am Wettmarkt unterschätzt wird. Der Lope De Vega-Nachkomme aus dem Besitz von Eckhard Sauren endete im Herzog von Ratibor-Rennen auf dem letzten Platz, hatte sich im Schlussbogen aber vertreten und war dann von Jockey Michael Cadeddu in Ruhe gelassen worden. Nach einem schwachen Debüt hatte Magical Beat ein Rennen in Hannover gewonnen und war daraufhin als zweiter Favorit ins Rabitor-Rennen gestartet.

Unconquerable ist ein interessanter Hengst aus dem Ausland, der ursprünglich vom irischen Trainer Donnacha O’Brien für das Deutsche Derby nominiert wurde, mittlerweile jedoch zu Flemming Velin nach Dänemark gewechselt ist. Der Churchill-Sohn verfügt bereits über immense internationale Erfahrung, absolvierte acht Rennen in Irland, England und Frankreich. Beim letzten Start im Critérium de Saint-Cloud rückte er sogar als zweiter Favorit ein. Und auch wenn er dort nur Fünfter wurde, für das Deutsche Derby 2022 wäre er fraglos eine Bereicherung.

Wunderknabe gehört zum erweiterten Favoritenkreis, obwohl er bisher noch kein Rennen absolviert hat. Sein Vater Sea The Moon holte 2014 das Derby, seine mittlerweile verstorbene Mutter Wunder gewann im selben Jahr den Prix Chloé in Chantilly. Wunder und Sea The Moon galten zu ihrer Zeit im Gestüt Görlsdorf als ein Liebespaar. So würde ein Derbysieg ihres Sohnes vermutlich auch in fachfremden Medien für Aufsehen sorgen. Trainer von Wunderknabe ist der in Chantilly ansässige Francis-Henri Graffard, der 2020 das Deutsche Derby mit In Swoop gewann.

Vollständige Nennungsliste für das Deutsche Derby mit Speed-Punkten.


Bedeutende Derby-Vorprüfungen:

  Pl. Abst.
Kg Jockey Quote  
 





 
  14.11.2021 - Krefeld: Herzog von Ratibor-Rennen, Gr III  
  1.700 m, 50.000 € - Boden: weich


 
  1.
Tünnes 58,0 B.Murzabayev 2.5  
  2. 0,1 Ariolo 58,0 M.Pecheur 12.4  
  3. 3 Dapango 58,0 R.Piechulek 6.4  
  4. 5 Lavello  58,0 A.Starke 8.4  
  5. 4,5 Georgios 58,0 S.Vogt 4.7  
  6. 35 Magical Beat 58,0 M.Cadeddu 4.5  
 





 
  07.11.2021 - Rom: Premio Guido Berardelli, Gr III
 
  1.800 m, 69.300 € - Boden: schwer


 
  1.
Ardakan 56,0 C.Lecoeuvre 3.7  
  2. 6 Crystal Drake 56,0 M.Ghiani 1.8  
  3. 0,2 Wonka Willy 56,0 G.Cannarella 3.5  
  4. 4 Arc On Fire 56,0 D.Vargiu 1.8  
  5. 0,1 Saidin 58,0 J.Linek 18.5  
  6. 0,5 Blentteim Fan 56,0 M.Sanna 6.7  
 





 
  15.10.2021 - Baden: Ferdinand Leisten-Memorial
 
  1.400 m, 200.000 € - Boden: gut bis weich
 
  1.
Georgios 57,0 S.Vogt 16.8  
  2. 1,25 La Estrellita  56,0 M.Michel 7.7  
  3. 1,5 Fire Of The Sun  57,0 B.Murzabayev 5.7  
  4. 0,5 Mister Applebee 58,0 A.de Vries 4.3  
  5. 1,25 Zefania  55,0 G.Mosse 9.5  
  6. 0,3 Spirit 57,0 R.Piechulek 18.8  
  7. 0,3 Wellenbrecher  58,0 A.Starke 13.4  
  8. 0,3 Shake Your Life  56,0 A.Pietsch 40.1  
  9. 0,1 Solvio 56,0 W.Panov 33.4  
  10. 1,25 Perl 55,0 G.Benoist 8.3  
  11. 0,1 See Hector 58,0 C.Lecoeuvre 6.9  
  12. 0,3 Steelhammer  56,0 M.Cadeddu 59.8  
  13. 1,75 Neapolia 54,0 J.L.Silverio 62.7  
 





 
  10.10.2021 - Köln: Preis des Winterfavoriten, Gr III
 
  1.600 m, 155.000 € - Boden: gut bis weich
 
  1.
Sea Bay 58,0 A.de Vries 7.9  
  2. 9 Schwarzer Peter 58,0 A.Helfenbein 14.8  
  3. 0,2 See Hector 58,0 C.Lecoeuvre 7.9  
  4. 0,75 Ariolo 58,0 M.Seidl 4.9  
  5. 0,75 Millionaire 58,0 M.Cadeddu 8.8  
  6. 4,5 Calif 58,0 B.Murzabayev 4.5  
  7. 11 Antero  58,0 A.Starke 3.1  
 





 
  12.09.2021 - Düsseldorf: Junioren-Preis, Liste
 
  1.600 m, 22.500 € - Boden: gut bis weich

 
  1.
Mylady 56,5 M.Cadeddu 7.6  
  2. 0,2 Ariolo 58,0 M.Seidl 4.3  
  3. 1,5 Millionaire 57,0 A.Starke 5.3  
  4. 0,75 Sea Bay 58,0 L.Delozier 6.8  
  5. 1,25 The Iconist 58,0 A.Pietsch 13.0  
  5. 0 Lavello  57,0 M.Pecheur 3.8  
  7. 6 Grand Cru  55,5 B.Ganbat 20.4  
  8. 0,3 Nathan 57,0 A.de Vries 22.2  
  9. 11 Rememberit  55,5 B.Murzabayev 17.7  
 





 
  01.09.2021 - Baden: Zukunftsrennen, Gr III
 
  1.400 m, 50.000 € - Boden: gut bis weich

 
  1.
Rocchigiani  58,0 B.Murzabayev 4.8  
  2. 1,5 Arnis Master 58,0 J.Bojko 8.5  
  3. 2 Calif 58,0 W.Panov 7.0  
  4. 0,75 Rosenart  56,5 A.de Vries 10.8  
  5. 2 Qipao  56,5 J.Fanning 2.8  
  6. 3,5 Antharis  58,0 S.Vogt 8.7  
  7. 15 Naruto 58,0 R.Piechulek 43.6  
  8. 1 Schwarzer Peter 58,0 A.Helfenbein 9.4  
  9. 9 Shake Shake Shake  56,5 L.Wolff 51.8  

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