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Prix de l’Arc de Triomphe 2020

4. Oktober 2020 - 2.400 Meter, Paris-Longchamp

Vorbericht vom 13. August 2020

Noch sind es zwei Monate bis zur 99. Auflage des Prix de l’Arc de Triomphe, doch längst ist die Diskussion entbrannt, wer das bedeutendste Galopprennen der Welt gewinnen wird. Kann die sechsjährige Enable ein drittes Mal triumphieren oder muss sie sich noch einmal einem Ghaiyyath beugen? Ist die Epsom Oaks-Siegerin Love der neue Stern am Himmel oder gelingt einem japanischen Pferd endlich der erste Sieg im Arc?

Enable hat nach ihren Siegen 2017 und 2018 die Chance den Prix de l’Arc de Triomphe als erstes Pferd zum dritten Mal zu gewinnen. Die Ausnahmestute hätte dies fast im letzten Jahr geschafft, scheiterte nur an Waldgeist, der seine Karriere anschließend beendete und seinen Titel nicht verteidigen wird. Enable selbst wurde nach einer zehnmonatigen Pause beim Saisondebüt am 5. Juni bei den Eclipse Stakes von Ghaiyyath bezwungen, stellte drei Wochen später mit einem souveränen Sieg in den King George Stakes aber klar, dass ihre Zeit längst nicht zu Ende ist. Die inzwischen sechs Jahre alte Nathaniel-Tochter soll zur Vorbereitung auf den Arc am 5. September ein Rennen auf Sand in Kempton bestreiten. Schon 2018 hatte sie die September Stakes erfolgreich zum Formaufbau genutzt. Bislang gelang es nur einem Pferd, das älter als fünf Jahre alt war, den Prix de l’Arc de Triomphe zu gewinnen (Motrico, 1932).

Ghaiyyath gilt spätestens seit seinem erwähnten Sieg über Enable als ganz heißer Kandidat im Prix de l’Arc de Triomphe 2020. Im Februar hatte er bereits die Dubai Millennium Stakes gewonnen und sich im Mai im Coronation Cup durchgesetzt. Nicht zu vergessen sein legendärer Vierzehn-Längen-Erfolg beim letztjähriger Großen Preis von Baden. Einziges Manko des Godolphin Hengstes, beim Arc 2019 hatte er weit abgeschlagen die Zielinie passierte. Der von Charlie Appleby trainierte fünfjährige Dubawi-Sohn wird am 19. August im Juddmonte International in York laufen, wo er von starken Gegnern auf die Probe gestellt wird.

Love zählt ebenfalls zum engsten Favoritenkreis. Die von Aidan O'Brien in Irland trainierte Galileo-Tochter hat es mit ihren drei Jahren bereits auf drei Gruppe-I-Siege gebracht. Im Juni gewann sie die englischen 1000 Guineas über die Meile und war einen Monat später auch in den Epsom Oaks über 2.420 Meter nicht aufzuhalten. O'Brien hat bereits bestätigt, dass Love's Ziel in diesem Jahr der Arc ist. Zuvor soll sie am 20. August in den Yorkshire Oaks laufen, dem Rennen, das schon zweimal von Enable gewonnen wurde. Auch die Statistik spricht nicht gegen Love. In den letzten zehn Jahren wurde der Arc siebenmal von Stuten gewonnen.

Fancy Blue ist eine weitere hoch gehandelte dreijährige Stute. Nach einem 2. Platz in den Irish 1000 Guineas gewann sie im Juli in Chantilly den Prix de Diane und bestätigte ihre Klasse anschließend mit einem Sieg in den Nassau Stakes in Goodwood, wo sie gleich drei Gruppe-I-Siegerinnen hinter sich ließ. Bislang ist die Deep Impact-Tochter allerdings nie weiter als 2.100 Meter gelaufen, könnte sich möglicherweise am 12. September erstmals im Prix Vermeille über die Arc-Distanz versuchen. Ihr Trainer ist der erst 22 Jahre alte Donnacha O'Brien, der Sohn von Aidan O'Brien, der Fancy Blue bei ihrem Debütsieg im letzten Jahr noch selbst geritten hatte.

Serpentine gehört als Sieger des Epsom Derbys natürlich in alle Überlegungen, auch wenn er von vielen nicht wirklich ernst genommen wird. Er hatte sich in Epsom als 26:1-Außenseiter an die Spitze gesetzt, war dort nicht attackiert worden und konnte sich am Ende ohne Gegenwehr durchsetzen. Die Experten glauben, dass der ebenfalls von Aidan O'Brien trainierte Galileo-Sohn, in einem mit anderer Taktik gelaufenen Rennen wenig Chancen haben würde. Vielleicht ist er deshalb das Pferd mit dem größten Value am Arc-Wettmarkt, schließlich sollte ein Hengst, der das Epsom-Derby mit fast sechs Längen Vorsprung gewonnen hat, kaum unterschätzt werden. Nur eine Woche vor dem Derby hatte Serpentine ein Rennen in Irland mit neun Längen gewonnen. Mehr Aufschluss dürfte ein vorgesehener Start am 13. September im Grand Prix de Paris geben.

Stradivarius könnte ein äußerst interessanter Starter im Prix de l’Arc de Triomphe sein. Der sechsjährige Hengst gilt als einer der besten Steher der Welt, gewann gerade als erstes Pferd den Goodwood Cup (3.219 m) zum vierten Mal in Folge. Besitzer Björn Nielsen hat sich nun entschieden die Extrem-Distanzen zu verlassen und es mit seinem von John Gosden trainierten Sea The Stars-Sohn im Arc zu probieren. Zunächst soll er am 13. September beim Prix Foy in Paris-Longchamp die 2.400 Meter bestreiten. Ist er dort erfolgreich, wird er in den Arc gehen. Stradivarius konnte 16 seiner bislang 23 Rennen gewinnen.

Mogul, Vollbruder von Secret Gesture und dem letztjährigen Arc-Vierten Japan, hatte als Jährling die stolze Summe 3.4 Mio Pfund gekostet und deshalb hohe Erwartungen geweckt. Im Epsom Derby reichte es nur zu einem 6. Platz, doch überzeugte er zuletzt mit einem Sieg in den Gordon Stakes in Goodwood. Aidan O'Brien wird seinen Galileo-Nachkommen nun vermutlich in die St Leger Stakes am 10. September in Doncaster schicken.

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Deirdre ist das einzige Pferd, das aus Japan für den Prix de l’Arc de Triomphe 2020 eingeschrieben wurde. Die lange als Mitfavoritin geltende Almond Eye wird genauso wenig nach Frankreich reisen wie Japans neuer Superstar, der nach sechs Siegen ungeschlagene Guineas und Derbysieger Contrail. Er soll stattdessen versuchen die japanische Triple Crown zu gewinnen. Deirdre befindet sich dagegen bereits in Europa. Die sechsjährige Harbinger-Tochter passierte in den Eclipse Stakes die Linie vierzehn Längen hinter Ghaiyyath und wurde Letzte in den Nassau Stakes.

In Swoop könnte die deutschen Interessen im Prix de l’Arc de Triomphe vertreten, schließlich wird der Gewinner des Deutschen Derbys in Frankreich von Francis-Henri Graffard trainiert und besitzt eine Arc-Nennung. Was der Sieg im Derby wert ist, ist natürlich nur schwer zu sagen. Mehr Aufschluss könnte ein Start am 13. September im Grand Prix de Paris geben, für den der Schlenderhaner nominiert ist. Auf der Nennungsliste für den Arc befindet sich ein weiterer in Frankreich trainierter dreijähriger Hengst aus dem Besitz des Gestüt Schlenderhans. Der André Fabre-Schützling Mare Australis gewann im Juni den Prix de l'Avre und ist ebenfalls für den Grand Prix de Paris genannt.

Donjah ist eines von vier Pferden, die aus dem Stall von Henk Grewe für den Prix de l’Arc de Triomphe genannt wurden. Die Vierjährige wird zunächst versuchen am 15. August den Preis von Europa zu gewinnen. Nominiert sind auch die beiden Derby-Starter Adrian und Wonderful Moon. Letztgenanntem wird nach der Derby-Enttäuschung aber nicht mehr zugetraut die Arc-Distanz stehen zu können. Interessanter ist da vielleicht Sunny Queen, die den Diana-Trial in Hannover gewonnen hatte, den Preis der Diana aber aufgrund einer Entzündung im Hüftbereich verpasst hatte. Für den Arc ist auch Sarah Steinbergs Quest The Moon genannt, am 26. Juli knapp geschlagener Zweiter im Großen Dallmayr-Preis.

Der Prix de l’Arc de Triomphe wird seit 1920 ausgetragen, also seit genau 100 Jahren. Allerdings konnte er 1939 und 1940 nicht veranstaltet werden, weshalb in diesem Jahr seine 99. Ausgabe stattfindet. Der "Arc" gilt als das prestigeträchtigste Galopprennen der Welt, er wird in über 200 Länder übertragen. In den 98 Jahren seiner Austragung gelang es nur sieben Pferden, die älter als vier Jahre alt waren, das Rennen zu gewinnen. Noch nie hat ein Pferd den Arc dreimal gewonnen.

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