Vorschau - Prix de l Arc de Triomphe 2016
pferderennen

Prix de l’Arc de Triomphe 2016

2. Oktober 2016 - 2400 Meter, Chantilly - Boden: gut

Pl. Box Abst.

Alter Kg Trainer Jockey Quote
1. 12
Found 
4 58,0  A. O'Brien R. Moore  10,6
2. 11 1 3/4 Highland Reel 
4 59,5  A. O'Brien J. Heffernan  25,0
3. 16 1 1/2 Order Of St George 
4 59,5  A. O'Brien F. Dettori  15,0
4. 3 3/4 Siljan's Saga 
6 58,0  J. Gauvin P. Boudot  67,0
5. 7 2 1/2 Postponed 
5 59,5  R. Varian A. Atzeni  3,0
6. 9 N One Foot In Heaven 
4 59,5  A. Royer-Dupré C. Demuro  90,0
7. 8 kK New Bay 
4 59,5  A. Fabre V. Cheminaud  10,0
8. 10 1 1/2 Savoir Vivre 
3 56,0  J. Carvalho F. Tylicki  49,0
9. 6 1 3/4 Harzand 
3 56,0  D. Weld P. Smullen  7,5
10. 1 2 Vedevani 
3 56,0  A. Royer-Dupré A. Badel  69,0
11. 5 7 Talismanic 
3 56,0  A. Fabre M. Barzalona  42,0
12. 15 1 Left Hand 
3 54,5  C. Laffon-Parias M. Guyon  14,0
13. 4 3/4 Silverwave 
4 59,5  P. Bary C. Soumillon  17,0
14. 14 3 Makahiki 
3 56,0  Y. Tomomichi C. Lemaire  4,9
15. 13 1 1/4 Migwar 
4 59,5  F. Head O. Peslier  74,0
16. 2 1 1/4 The Grey Gatsby 
5 59,5  K. Ryan J. Doyle  79,0

Vorbericht vom 30. September 2016

Seit über einem Jahr hat Postponed kein Rennen mehr verloren, keine Überraschung, dass er bei den Buchmachern als Favorit auf den Gewinn des Prix de l’Arc de Triomphe 2016 gilt, der in diesem Jahr ausnahmsweise in Chantilly ausgetragen wird. Die Statistik spricht allerdings gegen den Fünfjährigen, wurden doch zehn der letzten dreizehn Arc-Austragungen von dreijährigen Pferden gewonnen.
Unten den Dreijährigen stechen der japanische Derbysieger Makahiki und der Gewinner des englischen und irischen Derbys Harzand heraus, aber auch der französischen Stute Left Hand und selbst dem im Deutschen Derby hauchdünn geschlagenen Adlerflug-Sohn Savoir Vivre werden Außenseiterchancen eingeräumt.
Verglichen mit den Austragungen vergangener Jahre ist die Qualität im diesjährigen Prix de l’Arc de Triomphe sicherlich nicht besonders hoch. Postponed ist ohne Frage das zu schlagende Pferd, neben dem Derbyjahrgang muss er vor allem den Vorjahresdritten New Bay und Aidan O'Briens Galileo-Tochter Found fürchten.

Mehrmals waren japanische Pferde dicht dran, nie ist es einem der ihren gelungen das bedeutendste Pferderennen der Welt zu gewinnen. In diesem Jahr liegen die Hoffnungen Japans auf Makahiki. Der Deep Impact-Sohn hatte nach dem Gewinn des japanischen Derbys am 29. Mai keine Rennen mehr bestritten, dann am 11. September den Prix Niel in Chantilly im Handgalopp gewonnen. Er war als 14:10 Favorit in dieses Rennen gegangen, weshalb man sein wahres Leistungsvermögen nur schwer einschätzen kann. Trainer Yasuo Tomomichi setzt in diesem Jahr nicht auf einen japanischen Jockey, verpflichtete mit Christophe Lemaire einen Reiter, der den Kurs in Chantilly bestens kennt und auch in Japan schon viele Rennen bestritten hat. Mit Box 14 erwischte Makahiki sicherlich nicht den besten Startplatz.

Als Gewinner des Epsom Derbys und des Irish Derbys gehörte Harzand lange zu den größten Favoriten im Prix de l’Arc de Triomphe 2016. Am 10. September enttäuschte er dann aber mit einem 10. Platz in den stark besetzten Irish Champion Stakes, zog sich dort auch noch eine Verletzung am Hinterbein zu. Sein Start im Arc stand lange auf der Kippe, die ziemlich überhastete Vorbereitung lässt gewisse Zweifel aufkommen. Kann der Sea The Stars-Sohn am Sonntag aber seine beste Form abrufen, muss mit ihm definitiv gerechnet werden.

Aufgrund der relativ hohen Gewichtserlaubnis von 3,5 Kilogramm dominieren dreijährige Pferde seit vielen Jahren den Prix de l’Arc de Triomphe, darüber hinaus gingen drei der letzten vier Arc-Auflagen an Stuten. Dies hätte die nach acht Starts noch ungeschlagene Prix de Diane-Siegerin La Cressonnière und die Epsom Oaks Gewinnerin Minding besonders interessant gemacht, beide werden jedoch nicht im Arc antreten.
Die Attribute dreijährig und Stute treffen auch auf die Dubawi-Tochter Left Hand zu. Sie unterlag La Cressonnière im Prix de Diane nur um eine halbe Länge und bewies anschließend mit dem Gewinn des Prix Vermeille, dass sie die 2.400 Meter stehen kann. Die Tatsache, dass sie im Prix Vermeille große Schwierigkeiten hatte sich gegen schwache Konkurrentinnen durchzusetzen, erklärt ihre hohen Quoten, auch Startbox 15 ist alles andere als optimal.

Im April diesen Jahres gewann Savoir Vivre sein Debüt in Köln mit über sechs Längen Vorsprung, zu diesem Zeitpunkt hatte er bereits eine Nennung für den Prix de l’Arc de Triomphe 2016. Seine nächsten Auftritte waren enttäuschend, im Deutschen Derby gab er auf schwerem Geläuf dann aber eine ganz starke Vorstellung, verlor von weit hinten kommend nur mit Kopf gegen Isfahan. Dass Jean-Pierre Carvalhos Adlerflug-Sohn auch auf gutem Boden und an der Spitze laufend erfolgreich sein kann, bewies er am 28. August mit dem Gewinn des Grand Prix de Deauville. Und auch wenn an diesem Rennen nur vier Pferde teilnahmen, vor ihm hatten Größen wie Cirrus des Aigles, Masterstroke oder Jukebox Jury den Grand Prix de Deauville gewonnen. Geritten wird Savoir Vivre von Frederik Tylicki, der erstmals am Arc teilnimmt.

Postponed gilt bei den Wettanbietern nicht umsonst als klarer Favorit auf den Gewinn des Prix de l’Arc de Triomphe. Der Dubawi-Sohn ist seit seinem Sieg im King George am 27. Juli 2015 ungeschlagen, gewann seither noch fünfmal auf Gruppe-I-Level, darunter die Dubai Sheema Classics oder den Coronation Cup. Nach einem Infekt präsentierte sich der Fünfjährige am 17. August beim Gewinn der Juddmonte International Stakes wieder in alter Frische, bewies einmal mehr, dass er in seiner Altersklasse die Nummer 1 und vom Boden völlig unabhängig ist. Seit dem Triumph des deutschen Hengstes Star Appeal 1975 ist es allerdings nur noch einem Pferd (Marienbard 2002) gelungen, das älter als vier Jahre alt war, den Arc zu gewinnen.

Vier Jahre alt ist der Dubawi-Sohn New Bay, Drittplazierter des Prix de l’Arc de Triomphe 2015. Der letztjährige französische Derbysieger hat in diesem Jahr erst drei Rennen bestritten und wurde von seinem Trainer, dem siebenfachen Arc-Gewinner Andre Fabre, gezielt auf den Prix de l’Arc de Triomphe 2016 vorbereitet. Am 10. September zeigte er mit einem 4. Platz in den Irish Champion Stakes eine ordentliche Leistung. Von ihm darf am Sonntag weitere Steigerung erwartet werden, was ihn zu einem heißen Kandidaten macht.

Found belegte im Arc 2015 nur Rang 9 und ging im Juni diesen Jahres im Coronation Cup viereinhalb Längen hinter Postponed durchs Ziel. Dennoch, ihr Sieg über Golden Horn, den Gewinner des Prix de l’Arc de Triomphe 2015, im letztjährigen Breeders' Cup Turf ist unvergessen. Auch zeigte sie Anfang September deutlich ansteigende Form, als sie dem französischen Derbysieger Almanzor in den Irish Champion Stakes einen großen Kampf bis zur Zielinie lieferte. Dass sie bei ihren letzten fünf Starts aber immer auf Platz 2 landete, spricht nicht für ihren unbedingten Siegeswillen, die Qualität der Galileo-Tochter gehört aber fraglos zum Besten was der Prix de l’Arc de Triomphe 2016 zu bieten hat.

Wie Found wird auch Order Of St George von Aidan O'Brien trainiert. Dem vierjährigen Extremsteher waren seit Juli 2015 sechs Siege in Folge gelungen, inklusive dem Gewinn des Ascot Gold Cups (4.023 m). Anfang September scheiterte er dann aber völlig überraschend als 1.14 Favorit in den Irish St Leger Stakes. Ob der Galileo-Sohn fähig ist, sich über die kürzeren 2.400 Meter und deutlich stärkere Konkurrenz durchzusetzen, darf bezweifelt werden, auch wenn mit Frankie Dettori einer der besten Jockeys der Welt auf ihm sitzt.

Aidan O'Brien hat mit Highland Reel ein drittes Pferd im Rennen, ebenfalls ein Galileo-Nachkomme. Seine Siege im Hong Kong Vase über den zweifachen Arc-Zweiten Flintshire im Dezember letzten Jahren und im King George Ende Juli machen ihn interessant, doch wurde er im August von Postponed in den Juddmonte International Stakes auf Platz 2 verwiesen und schaffte es in den Irish Champion Stakes gar nur auf Rang 7. Kann er in Chantilly seine Bestform abrufen, könnte er im Endkampf zu finden sein.

Der in Chantilly trainierte Silverwave gewann im Juli den Grand Prix de Saint-Cloud und siegte am 11. September auf seiner Heimatbahn ohne große Mühe im Prix Foy vor dem deutschen Adlerflug-Sohn Ito. Die Konkurrenz beider Rennen ist sicherlich nicht annähernd mit der im Prix de l’Arc de Triomphe zu vergleichen, wo Silverwave letztes Jahr als 100:1 Außenseiter Platz 10 belegte. Der Vierjährige wird im Arc vom belgischen Starjockey Christophe Soumillon geritten werden.

Talismanic ist der zweite Starter von Erfolgstrainer Andre Fabre. Der dreijährige Godolphin-Hengst hatte im französischen Derby Rang 4 belegt und war auch im Grand Prix de Paris nicht über Platz 5 hinausgekommen. Eine Platzierung oder gar ein Sieg im Prix de l’Arc de Triomphe 2016 ist bei ihm genauso schwer vorstellbar wie beim Rest des Teilnehmerfeldes.


Seit 1920 wurde der Prix de l’Arc de Triomphe in Paris-Longchamp ausgetragen. Da die Rennbahn in Longchamp derzeit aber renoviert wird, findet das wichtigste Pferderennen der Welt in diesem Jahr, und wohl auch im nächsten, in Chantilly statt. Auf dieser Bahn, circa 40 Kilometer vor Paris, kommen traditionell auch der Prix du Jockey Club und der Prix de Diane zur Austragung.

Langzeitquoten auf den Prix de l’Arc de Triomphe 2016 findet man bei RaceBets.com




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