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Prix de l’Arc de Triomphe 2017

1. Oktober 2017 - 2400 Meter, Chantilly

Vorbericht vom 9. Juni 2017

Spätestens seit die besten dreijährigen Stuten und Hengste aus Frankreich, England und Japan in ihren Oaks und Derbys ermittelt worden sind, rückt das bedeutendste Pferderennen der Welt wieder in den Fokus. Obwohl zehn der letzten vierzehn Arc-Gewinner drei Jahre alt waren, gilt der vierjährige Almanzor bei den Wettanbietern als klarer Favorit. Der erfolgreichste europäische Galopper des letzten Jahres konnte aufgrund eines Virus in dieser Saison aber noch keine Rennen bestreiten.
Seine schärfsten Kontrahenten werden im Prix du Jockey Club-Gewinner Brametot und der Epsom Oaks-Siegerin Enable vermutet, auch der aktuelle Japan Cup-Sieger Kitasan Black gilt als gefährlicher Gegner. Dagegen wird Found ihren Titel nicht verteidigen können, sie hat ihre Rennkarriere beendet.
Unter den 119 genannten Pferden befindet sich auch der argentinische Überflieger Sixties Song, aus Deutschland wurden sechs Pferde gemeldet. Wegen Umbaumaßnahmen auf der Rennbahn in Paris-Longchamp findet der Prix de l’Arc de Triomphe auch in diesem Jahr in Chantilly statt.

Almanzor gewann im vergangenen Jahr nicht nur das französische Derby, sondern auch die britischen und irischen Champion Stakes, was ihn, zumindest in Europa, zum besten Rennpferd des Jahres 2016 werden ließ. Den Prix de l’Arc de Triomphe hatte man mit ihm ausgelassen, will ihn aber in diesem Jahr angehen, auch wenn der Wootton Bassett-Sohn bisher nie weiter als 2.100 Meter gelaufen ist. Am Stall von Jean-Claude Rouget ist ein Herpes-Virus ausgebrochen, weshalb Almanzor dieses Jahr noch keine Rennen absolvieren konnte.

Brametot wird ebenfalls von Frankreichs Championtrainer Jean-Claude Rouget trainiert, befindet sich aber in einem anderen Teil des Stalles, so dass er nicht vom Virus betroffen ist. Der dreijährige Hengst gewann sechs seiner bisherigen sieben Starts, zuletzt die französischen 2000 Guineas und das französische Derby, was ihn zwangsläufig zu einem heißen Anwärter auf den Gewinn des Prix de l’Arc de Triomphe macht, auch wenn der Rajsaman-Sohn ebenfalls noch nicht weiter als 2.100 Meter gelaufen ist.

Waldgeist war von Brametot im Prix du Jockey Club erst auf der Linie bezwungen worden, dem Galileo-Sohn aus der Waldlerche sollte die 300 Meter weitere Distanz im Arc zugutekommen. Ob der im Gestüt Ammerland gezogene Hengst dort überhaupt laufen wird, steht längst nicht fest, seine Nennung für das Irish St. Leger am 10. September könnte aber darauf hindeuten.

Enable gewann am 2. Juni die über 2.420 Meter führenden Epsom Oaks. Die beeindruckende Art, wie sie in diesem Rennen die 17:10 Favoritin Rhododendron niederrang, ließ sie bei den Buchmacher zu einer der Favoritinnen für den Prix de l’Arc de Triomphe werden. Bedenkt man, dass fünf der letzten sechs Arc-Austragungen von Stuten gewonnen wurden, sollte die Nathaniel-Tochter gute Chancen besitzen.

Kitasan Black soll den Arc erstmals für Japan gewinnen. Der sechsfache Gruppe-I-Sieger setzte sich beim Japan Cup 2016 souverän durch und hat gerade seinen Titel im Tenno Sho (Spring) verteidigen können. In den letzten 41 Jahren ist es aber nur einem Pferd gelungen, das älter als vier Jahre alt war, den Prix de l’Arc de Triomphe zu gewinnen.

Satono Diamond bezwang Kitasan Black im Dezember beim Arima Kinen um einen Hals, beim Tenno Sho (Spring) musste er sich jüngst aber mit Platz 3 zufrieden geben. Der vierjährige Deep Impact-Sohn hatte letztes Jahr mit dem Gewinn des japanischen St Leger (3.000 m) seine Steherqualitäten unter Beweis gestellt.
Fünf weitere japanische Pferde sind für den Prix de l’Arc de Triomphe genannt, darunter befinden sich (bislang) aber weder die Oaks-Siegerin Soul Stirring noch der Derbysieger Rey de Oro.

Der irische Trainer Aidan O'Brien stellte beim Prix de l’Arc de Triomphe 2016 die ersten drei Plätze, für den Arc 2017 hat er ganze 21 Pferde gemeldet.
Zu erwähnen ist natürlich der Vorjahreszweite Highland Reel, der anschließend den Breeders' Cup Turf 2016 gewann. Gute Chancen besitzen auch die beiden Erstplatzierten des diesjährigen Epsom Derbys Wings Of Eagles und Cliffs Of Moher.
Minding, die im letzten Jahr neben den Epsom Oaks fünf weitere Gruppe-I-Rennen gewann, leidet derzeit an einer Verletzung und wird voraussichtlich erst wieder im Herbst zum Einsatz kommen. Gleiches gilt für die die letztjährige Irish Oaks Gewinnerin Seventh Heaven, die ebenfalls eine langwierige Verletzung auskurieren muss.

Sixties Song wird allem Anschein nach Südamerika beim Prix de l’Arc de Triomphe 2017 vertreten. Der argentinische Hengst gewann mit dem Premio Carlos Pelligrini und dem Gran Premio Latinoamericano zwei der bedeutendsten Rennen Südamerikas, Ende Mai reichte es für ihn im Gran Premio 25 de Mayo aber nur zu Platz 3. Der vierjährige Sixties Icon-Sohn soll im Juli zunächst in Ascot in den King George VI Stakes starten.

Sechs deutsche Hengste wurden für den Prix de l’Arc de Triomphe genannt, angeführt vom Galopper des Jahres Iquitos, Sieger des Großen Preis von Baden 2016. Auch der Dritte und Zweite des Deutschen Derbys 2016 Dschingis Secret und Savoir Vivre stehen auf der Liste, wobei Letztgenannter bereits beim letztjährigen Arc einen ordentlichen 8. Platz belegte. Die dreijährigen deutschen Hengste müssen sich zunächst einmal in ihrer Heimat beweisen, vorsorglich für den Arc gemeldet wurden Warring States, Shanjo und Monreal.

Der Prix de l’Arc de Triomphe kommt normalerweise auf der Rennbahn in Paris-Longchamp zur Austragung. Die Bahn in Longchamp befindet sich aber seit über einem Jahr im Umbau, weshalb das bedeutendste Pferderennen der Welt in diesem Jahr, wie bereits im Vorjahr, in Chantilly gelaufen wird. Vierzig Kilometer von Paris gelegen, werden in Chantilly traditionell die französischen Oaks (Prix de Diane) und das Derby (Prix du Jockey Club) ausgetragen.

Langzeitquoten auf den Prix de l’Arc de Triomphe 2017 findet man bei RaceBets.com

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